Farbvererbung beim Border Collie

(c) Christine Fischer 2001

Die  Gesetzmäßigkeiten der Vererbung von Eigenschaften können nur im Rückschluss aus den Ergebnissen tatsächlich erfolgter Verpaarungen abgeleitet werden. Treten neue Genkombinationen auf, müssen auch ggf. die bisher gültigen Regeln revidiert werden. Bei seltenen Farben oder Genkombinationen liegen z.T. auch noch gar keine hinreichenden Erkenntnisse über die Vererbung vor. Trotzdem lassen sich die Vererbungsregeln für viele beim Border Collie auftretende Farben gut darstellen.

 

In Deutschland sind zur Zeit vor allem die folgenden Fellfarben anzutreffen :

 Der Erbgang

Schwarz-weiß

 Der Erbgang

Tricolour

 Der Erbgang

Rot-weiß (auch braun-weiß oder chocolate)
mit oder ohne Tricolour

 Der Erbgang

Blau-weiß
mit oder ohne Tricolour

 Der Erbgang

Blue-merle

 Der Erbgang

Blue-merle ohne tan

 Der Erbgang

Red-merle

Zobelfarben

Unabhängig von der Grundfarbe werden der Umfang und die Verteilung der weißen Scheckung,  die Ausdehnung und Intensität der braunen (tan) Abzeichen, halb oder ganz weiße Köpfe und die Menge und Verteilung von "mottles" (ticking) vererbt.

Nach derzeitigem Kenntnisstand geht man von 7 Genorten für die Farbvererbung aus :

A   (Agouti)  für die Farben Zobel (ay ) und Tricolour (atat)

               A = vollständige Farbe   ay = Zobel      at = Tricolour

B   (Schwarz/Rot) für die Farben Schwarz-weiß und Rot-weiß

       B= schwarz      b = rot (braun, chocolate)

D   (Verdünnt) für die Farben Blau-weiß und "lilac"

       D = nicht verdünnt   d = verdünnt

  (Farbausdehnung) für die Farbe "Australian Red"

E = Eumelanin vorhanden   e = Eumelanin unterdrückt

M   (Merle) für die Farben Blue-merle, Red-merle usw.

       M = Merle    m = nicht-Merle

S   (Scheckung) für die Scheckung bei allen Grundfarben

       S = vollständig pigmentiert    s = gescheckt

T   (Ticking) für die Ausbildung von "mottles"

       T = mottled    t = nicht-mottled


An jedem Genort sind jeweils zwei mögliche Varianten (Allele) anwesend, entweder die dominaten Form (z.B."D") oder die rezessive Form (z.B."d").

Ist ein Allel nicht bekannt oder ohne Bedeutung, so wird es in der folgenden Tabelle durch einen Strich ersetzt.

Für die oben gezeigten Farben können dem gemäß folgende Genotypen unterstellt werden:

 Der Erbgang

A-  B-  D-  E-  mm 

 Der Erbgang

ata B-   D-   E-   mm

 Der Erbgang

A-   bb   D-   E-   mm

 Der Erbgang

A-   B-   dd   E-   mm

 Der Erbgang

atat   B-   D-   E-   Mm

 Der Erbgang

A-   B-   D-   E-   Mm

 Der Erbgang

A-   bb   D-   E-   Mm

ay-   B-   D-   E-   mm

"Australian Red"

A-   B-   D-   ee   mm

Die einzelnen Erbgänge sind nach Anklicken der Grafiken zu betrachten.